home kontakt impressum links  
pmv logo  
bild:
 
diabetes
evaluation
herz-kreislauf
krankheitskosten
muskel-skelett
neubildungen
pflege
psyche
sonstige projekte
   


Projekte zu arzneimittelbezogenen Themen


Anwendung
digital gestützter Arzneimitteltherapie und Versorgungs-
management (AdAM)
zum Text...


Evidenzbasiertes
Multimedikations-Programm mit Implementierung in die Versorgungspraxis (EVITA)
zum Text...


Entwicklung der Verordungsweise von
kombinierten hormonalen Kontrazeptiva vor und nach dem EMA Referralverfahren 2013/2014. Eine Analyse auf bundesweiten Krankenkassendaten für den Zeitraum August 2010 bis Juli 2015
zum Text...


BARMER GEK Arzneimittelreport 2016: Biotechnologisch hergestellte Arzneimittel
zum Text...


Pilotprojekt zur
Operationalisierung und Häufigkeitsschätzung einer Statinintoleranz
zum Text...


Verordnung von
Schmerzmitteln bei Kindern und Jugendlichen
zum Text...


Multimedikation bei älteren Patienten mit (ambulanter) Pflege (MuPP)
zum Text...


Psychopharmaka bei Kindern und Jugendlichen: zeitliche Trends, langzeitverläufe und Einflussfaktoren für eine Verordnung auf der Basis von Daten deutschlandweit tätiger Krankenkassen
zum Text...


Häufigkeit von Tetrazepamverordnungen in Deutschland
zum Text...


Schätzung
unerwünschter Ereignisse bei Kombination ausgewählter Arzneimittel
zum Text...


Feststellung und Analyse von Verbrauchsmengen für eine
realistische
Schätzung der Umweltrisiken von Humanarzneimitteln
zum Text...


Arzneimittelversorgungsforschung in Apotheken: Pilotstudie zur
Anwendung und Sicherheit von Arzneistoffen nach der Freistellung aus der Verschreibungspflicht am Beispiel der Wirkstoffe Naratriptan, Orlistat, Pantoprazol, Omeprazol und Almotriptan
zum Text...


Prävalenz und Determinanten
potenziell inadäquater Medikation gemäß PRISCUS-Liste bei Älteren
zum Text...


Unterschiede im Verschreibungsverhalten von
Antibiotika
bei Allgemeinärzten und Kinderärzten in Hessen -
Ergebnisse der Versichertenstichprobe AOK Hessen/KV Hessen

zum Text...


Arzneimittelsicherheit im Alter: Prävalenzschätzung und
Outcome-Analysen für potentiell problematische Arzneistoffe
auf der Basis von Routinedaten

zum Text...


Verordnungsweise von Opioiden
zum Text...




Anwendung digital gestützer Arzneimitteltherapie und Versorungsmanagement

Für viele Krankheiten gibt es wirksame Medikamente. Doch gerade bei älteren Menschen, die unter mehreren Krankheiten leiden, kann die Zahl der verschiedenen Tabletten unübersichtlich werden und zu gefährlichen Neben- und Wechselwirkungen führen.

Das Projekt AdAM soll
Ärzte bei ihrem Arzneimitteltherapie- und Versorgungs-Management unterstützen. Ziel ist es, die Qualität und Sicherheit insbesondere für Patienten zu verbessern, die gleichzeitig mehrere Medikamente nehmen müssen und somit aufgrund von Neben- und Wechselwirkungen besonderen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt sind. Die Patienten, aber auch die Ärzte, müssen ihre Bereitschaft zur Teilnahme schriftlich erklären.

Die
Unterstützung der teilnehmenden Hausärzte erfolgt zum einen in elektronischer Form per Web-Anwendung über das geschützte Portal der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL). Hier werden den Ärzten behandlungsrelevante wie auch medizinische und pharmazeutische Fachinformationen patientenbezogen und zeitnah zur Verfügung gestellt, so dass Hausärzte Risiken sofort und umfas-
send erkennen können. Der bundesweit eingeführte Medikationsplan ist hierbei ein Teil der Gesamtinformation. Wenn Patienten ins Kran-
kenhaus aufgenommen werden, wird die Hausarztpraxis automatisch informiert, damit die Medikamenteneinnahme mit dem Krankenhaus abgestimmt werden kann. Darüber hinaus entwickeln die 20 medizi-
nischen Fachgesellschaften Handlungenpfehlungen zum Umgang mit Multimedikation, die im Rahmen der
Pharmakotherapieberatung der KVWL praxistauglich an die verordnenden Hausärzte kommuniziert werden. Die Evaluation soll vor allem zeigen, inwieweit Kranken-
hauseinweisungen mit inadäquaten Arzneimitteltherapien einhergehen und wie sich Gesamtkosteneffekte darstellen
. Das Projekt wir für
36 Monate mit insgesamt ca. 16,3 Millionen Euro gefördert.

AdAM ist strukturell in Basisprozessen der Regelversorgung gedacht und kann somit bundesweit in die Routineversorgung überführt werden.

Antragsteller: Petra Kellermann-Mühlhoff (BARMER-GEK)
Konsortialpartner: Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe, Universität Frankfurt, Universität Bielefeld, Universität Köln (PMV forschungsgruppe), Universität Bochum, Universitätsklinikum Köln

Fördernde Institution: Gemeinsamer Bundesausschuss im Rahmen des Innovationsfonds

nach oben


Evidenzbasiertes Multimedikations-Programm mit Implementierung in die Versorgungspraxis (EVITA)

Unsere Gesellschaft verändert sich. Die Lebenserwartung steigt, gleichzeitig werden weniger Kinder geboren. Diese Entwicklung wird als demografischer Wandel bezeichnet. Die Folge: Es gibt mehr ältere und weniger junge Menschen. Das stellt auch die gesundheitliche Versorgung vor neue Herausforderungen, da insbesondere ältere Menschen unter zum Teil mehreren chronischen Erkrankungen leiden. Zunehmend mehr Patienten werden in Zukunft auf medizinische Hilfe und oftmals auch Mehrfachmedikationen angewiesen sein.

Eine bedarfsgerechte und wirtschaftliche Versorgung von Patienten mit Mehrfachmedikation umfasst aber nicht nur die Vermeidung einer verbreiteten Über- und Fehlversorgung mit Arzneimitteln. Auch eine Unterversorgung, etwa angesichts einer oft unzureichenden Schmerz-
therapie, kann Patienten schaden.

Das Projekt EVITA zielt darauf, ein umfassendes, wirksames und kosteneffektives
Versorgungsprogramm für Patienten mit Mehrfach-
medikation zu entwickeln
. Zentral ist dabei die Frage, aus welchen Elementen ein solches Versorgungsprogramm bestehen sollte. Zunächst wird daher eine umfassende Übersicht der bestehenden und nachweislich erfolgreichen Behandlungskonzepte erstellt. Dann werden auf Grundlage von verfügbaren pseudonymisierten Kranken-
kassendaten Risiko-Konstellationen identifiziert
. Dabei werden Erkrankungsgruppen und Situationen, die von einem höheren Risiko arzneimittelbedingter Probleme betroffen sind, dargestellt. Gleich-
zeitig werden die wirtschaftlichen Einflüsse der Multimedikation beurteilt. Das geschieht, indem u.a. Arztkontakte, Krankenhaus-
aufenthalte oder weitere Leistungsinanspruchnahmen berücksichtigt werden. Die Ergebnisse geben detaillierte Hinweise auf eine zukünftig bedarfsgerechtere Versorgung im Alltag. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 919.000 Euro gefördert.

Im Erfolgsfall ist das neue Versorgungsprogramm für Patienten mit Mehrfachmedikation bundesweit einsetzbar und auf andere Bereiche der Gesundheitsversorgung übertragbar.

Antragsteller: Prof. Dr. med. Ferdinand Gerlach, Universität Frankfurt
Konsortialpartner: Universität Bielefeld, Universität Köln (PMV forschungsgruppe), Universität Heidelberg

Fördernde Institution: Gemeinsamer Bundesausschuss im Rahmen des Innovationsfonds

nach oben


Entwicklung der Verordnungsweise von kombinierten hormonalen Kontrazeptiva vor und nach dem EMA Referral-
verfahren 2013/2014. Eine Analyse auf bundesweiten Krankenkassendaten für den Zeitraum August 2010 bis
Juli 2015


Die
Hersteller kombinierter hormonaler Kontrazeptiva (KhK) wurden durch das BfArM aufgefordert, in die Gebrauchs- und Fachinformation mit Wirkung vom 01.08.2014 Hinweise auf das erhöhte Risiko für venöse Thromboembolien aufzunehmen. Die Auswirkungen dieser Auflage auf die Verordnungsweise sollen mittels Krankenkassendaten (Daten des WIdO) für die Jahre 2010 bis 2015 untersucht werden. Folgende Fragen werden bearbeitet:
Wie entwickelt sich die
Verordnungsmenge (Tagesdosen) an
   Kombinationspräparaten oraler Kontrazeptiva
vor und nach
   Durchführung des Referralverfahrens
?
Zeigen sich Veränderungen in den
verordnenden Berufsgruppen
   über die Zeit?
Zeigen sich unterschiedliche
regionale Entwicklungen?
Wie entwickelt sich die Rate an
Neuverordnungen über die Zeit?
Wie entwickelt sich die
Behandlungsprävalenz mit kombinierten
   hormonalen Kontrazeptiva?
Wie hoch ist der Anteil der Versicherten mit einer KhK-Verordnung
   und Dokumentation der
Diagnose Akne?

In der Studie werden die KhK sowohl nach Generationen als auch nach Risikoklassen untersucht. Für die statistische Analyse wurde ARIMA mit Erweiterung für Interventionen gewählt. Die vorhandene Datenbasis erlaubt allerdings nur indirekte Rückschlüsse (ökologisches Design), da andere Einflussfaktoren nicht erfasst werden können.

Dr. Ingrid Schubert in Kooperation mit dem Wissenschaftlichen Institut der AOK (G. Selke, Dr. U. Eichler) und der Medizinischen Fakultät Hradec Králové (Dr. I. Selke-Krulichová)

Laufzeit: April 2016 bis Januar 2017
Fördernde Institution: Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)

nach oben


BARMER GEK Arzneimittelreport 2016: Biotechnologisch hergestellte Arzneimittel

Schwerpunktthema des BARMER GEK Arzneimittelreports 2016 waren
biotechnologisch hergestellte Arzneimittel. Diese Arzneimittel werden von vier Prozent der Versicherten benötigt, verursachen aber
21 Prozent der gesamten Arzneimittelkosten. Die Analyse von bundesweiten Versichertendaten der BARMER GEK untersuchte die
Prävalenz und die Kosten der Therapie mit Biologika in den Jahren 2010 bis 2015 insgesamt sowie für die Gruppen Antianämika, antineoplastische Mittel, Immunstimulantien und Immunsuppresiva. Die Verordnungen wurden für das Jahr 2014 auch nach Indikations-
gebieten
analysiert (rheumatoide Arthritis, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Morbus Bechterew, Spondylopathien, Psoriasis). Für die Indikation rheumatoide Arthritis wurde die Behandlung mit konven-
tionellen und biologischen erkrankungsmodifizierenden Arzneimitteln im Jahr 2014 im Detail einschließlich der Untersuchung von Medika-
tionsverläufen ausgewertet.
Einsparpotentiale durch die Verordnung von Biosimilars wurden berechnet. Anhand von regionalen Unter-
schieden in den Verordnungszahlen auf Ebene der Kassenärztlichen Vereinigungen wurde Veränderungspotential deutlich gemacht.

Dr. Veronika Lappe, Dr. Jutta Küpper-Nybelen, Dr. Ingrid Schubert

Laufzeit: Dezember 2015 bis Mai 2016
Fördernde Institution: BARMER GEK

nach oben


Pilotprojekt zur Operationalisierung und Häufigkeits-
schätzung einer Statinintoleranz


Das Auftreten von
Muskelschmerzen stellt eine bekannte Neben-
wirkung der Statinbehandlung dar und erfordert meist einen Wechsel auf ein anderes Statin oder eine andere lipidsenkende Therapie. Zur Häufigkeit des Auftretens liegen nur wenige Daten vor. Ziel der Studie ist die
Bestimmung von Inzidenz und Prävalenz der Statinintoleranz für Deutschland. Hierzu wird zunächst auf der Basis der Daten der Versichertenstichprobe AOK Hessen/KV Hessen eine Machbarkeits-
studie durchgeführt. In einem ersten Schritt werden nach einer entsprechenden Literaturrecherche
Operationalisierungen für die Statinintoleranz, die nicht als solche dokumentiert ist, erprobt und darauf beruhend erste Prävalenz- und Inzidenzschätzungen vorge-
nommen.

Peter Ihle

Laufzeit: Dezember 2014 bis Juni 2015
Fördernde Institution: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH


nach oben


Verordnung von Schmerzmitteln bei Kindern und Jugendlichen

Ein hoher Anteil von Kindern und Jugendlichen berichtet im Kinder- und Jugendgesundheitssurvey 2003-2006 über Schmerzen. Bezogen auf die letzte Woche vor der Befragung gaben 17,5% aller befragten Kinder und Jugendlichen an, ein Schmerzmittel eingenommen zu haben. Ziel der hier durchgeführten Untersuchung, ist es, einen
Überblick über die ärztlich verordnete Schmerzmittelmedikation zu erhalten. Auf der Basis der Versichertenstichprobe AOK Hessen/KV Hessen erfolgt einerseits eine Analyse der Behandlungsprävalenz mit Schmerzmitteln bei Kindern und Jugendlichen im Querschnitt der Jahre 2000-2012 sowie andererseits eine Untersuchung nach Art und Dauer der Schmerzmittelverordnungen sowie der Indikationen für das Jahr 2012. Von Interesse sind im zeitlichen Verlauf Veränderungen in der Verordnungshäufigkeit einzelner Wirkstoffe wie Metamizol, Paracetamol und Ibuprofen.

Dr. Jutta Küpper-Nybelen, Dr. Ingrid Schubert, Prof. Dr. Gerd Lehmkuhl

Laufzeit: Juni 2014 bis Februar 2015
Fördernde Institution: Marga und Werner Boll-Stiftung

nach oben


Multimedikation bei älteren Patienten mit (ambulanter) Pflege (MuPP)

Multimorbidität ist weitgehend mit Multimedikation verbunden, beides steigt im Alter deutlich an. Aufgrund der demographischen Entwick-
lung haben deshalb die Themen Arzneimittelsicherheit (AMTS) und Multimedikation in der letzten Zeit erhöhte Aufmerksamkeit erfahren. Vor diesem Hintergrund untersucht die Studie
Umfang und Art von Multimedikation bei Patienten mit Pflege im Vergleich zu Patienten ohne Pflege. Hierbei wird nach ambulanter und stationärer Pflege und nach Pflegestufe differenziert. Qualitative Aspekte der Multimedika-
tion, z. B. die Verordnung von
PRISCUS-Arzneimitteln, die Multimedi-
kation mit
Psychopharmaka und die Verordnung von Wirkstoffen mit hohem Interaktionspotential werden beleuchtet. Datenbasis der Studie sind GKV-Routinedaten der AOK Nordwest und der AOK Rheinland/Hamburg für Versicherte aus Nordrhein-Westfalen für das Jahr 2012.

Dr. Veronika Lappe, Dr. Ingrid Schubert

Laufzeit: April 2014 bis Februar 2015
Fördernde Institution: Landeszentrum für Gesundheit NRW

nach oben


Psychopharmakaverordnung bei Kindern und Jugendlichen: zeitliche Trends, Langzeitverläufe und Einflussfaktoren für eine Verordnung auf der Basis von Daten deutschlandweit tätiger Krankenkassen

In Deutschland zeigen schätzungsweise 10-20% der Kinder und Jugendlichen psychische Störungen oder Verhaltensstörungen. Ein erstes Vorhabensziel besteht in einer detaillierten
Beschreibung sowohl der Behandlung mit Psychopharmaka als auch der Anlässe für die Behandlung bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland basie-
rend auf den Daten zweier großen Krankenkassen (AOK/TK).
Neben der Darstellung zeitlicher Trends der Verordnungsweise über die Jahre 2004 bis 2011 ermöglicht die Analyse patientenindividueller Langzeitverläufe Einflussfaktoren auf die Inanspruchnahme von medizinischer Leistungen (auch unter Berücksichtigung des vorhan-
denen Angebotes an kinder- und jugendpsychiatrischen Therapeuten/
Einrichtungen) und die Verordnung von Psychopharmaka zu erheben. Von besonderem Interesse ist hierbei, wie sich Diagnosen, Therapien und Inanspruchnahmeverhalten beim Übergang vom 17. in das 18. Lebensjahr (
Phase der Transition) verändern. Darüber hinaus soll untersucht werden, welchen Faktoren zu einer Psychopharmaka-
verordnung bzw. psychotherapeutischen Behandlung führen. Hierbei wird auch die
Entfernung vom Wohnort des Patienten zum Arzt/zu einer Einrichtung als erklärende Variable berücksichtigt. Ebenso werden Einflussfaktoren auf die Art der Antipsychotikaverordnung (1./2. Generation) bzw. der Stimulantienverordnung (Methylphenidat oder Atomoxetin) erhoben.

Dr. Sascha Abbas, Peter Ihle, Dr. Ingrid Schubert

Laufzeit: Februar 2012 bis August 2014
Fördernde Institution: Bundesministerium für Bildung und Forschung

nach oben


Häufigkeit von Tetrazepamverordnungen in Deutschland

Das Benzodiazepin Tetrazepam wird eingesetzt zur Behandlung von schmerzhaften Muskelverspannungen und spastischen Syndromen mit krankhaft gesteigerter Muskelspannung. Zum 1. August 2013 ordnete das BfArM auf Empfehlung des Ausschusses für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC) der EMA und der Koordinie-
rungsgruppe für das Verfahren der gegenseitigen Anerkennung und das dezentralisierte Verfahren bei Humanarzneimitteln (CMDh) der HMA das
Ruhen der Zulassung für tetrazepamhaltige Arzneimittel an. Die Empfehlungen sind das Ergebnis einer Neubewertung des Wirk-
stoffes aufgrund von Berichten über schwere Hautreaktionen und Kontaktdermatitiden unter Tetrazepam.

Ziel dieses Projektes ist die
Schätzung der Verordnungsprävalenz von Tetrazepam im Jahr 2011 sowie der Verordnungsdauer und die Analyse der zugrunde liegenden Indikationen. Letztere werden durch einen Vergleich mit alters- und geschlechtsgleichen Kontrollen ermit-
telt. Datenbasis für die Untersuchung ist die Versichertenstichprobe AOK Hessen/KV Hessen.

Dr. Jutta Küpper-Nybelen, Dr. Ingrid Schubert

Laufzeit: Juli 2013 bis Oktober 2013
Fördernde Institution: Eigenmittel

nach oben


Schätzung unerwünschter Ereignisse bei Kombination ausgewählter Arzneimittel

Ziel des Vorhabens ist die Verbesserung der Arzneimitteltherapie-
sicherheit mit dem Schwerpunkt der Vermeidbarkeit unerwünschter Ereignisse durch problematische Arzneimittelkombinationen. Als Beispiele werden hier das
Blutungsrisiko bei Antibiotikagabe unter Phenprocoumontherapie sowie das Hyperkaliämierisiko bei Behand-
lung mit Spironolacton unter ACE-Hemmertherapie
bei Herzinsuffi-
zienz untersucht. Für beide Teilstudien wird in einer Kohorte von Dauertherapieempfängern (d.h. Phenprocoumonempfänger bzw. ACE-Hemmerempfänger mit Herzinsuffizienz) eine genestete Fall-Kontrollstudie durchgeführt. Als Ereignis wird ein Krankenhaus-
aufenthalt mit Entlassungsdiagnose »Blutung« bzw. Hyperkaliämie definiert. Kontrollen ohne entsprechendes Ereignis werden zu den Fällen nach Geburtsjahr, Geschlecht, Jahr des Kohorteneintritts und Dauer des Follow-Ups gematcht. In einem vorab definierten Zeitraum vor Ereignis wird der Einfluss einer Antibiotikatherapie bzw. Spirono-
lactontherapie untersucht. Die Risiken (Odds Ratios inkl. 95% Konfi-
denzintervallen) werden für verschiedene Antibiotikaklassen und nach Dauer der Spironolactontherapie präsentiert.

Dr. Sascha Abbas, Peter Ihle, Dr. Ingrid Schubert

Laufzeit: September 2012 bis April 2013
Fördernde Institution: AOK Bundesverband

nach oben


Feststellung und Analyse von Verbrauchsmengen für eine
realistische Schätzung der Umweltrisiken von Human-
arzneimitteln


Ziel des Vorhabens ist es, einen Beitrag zu einer besseren Ein-
schätzung der Umweltexposition durch Humanarzneimittel zu leisten. Der Fokus des Vorhabens liegt auf der Frage, ob und in welcher Weise der für die Umweltrisikobewertung (Phase I) bisher heran-
gezogene
Marktdurchdringungsfaktor (Fpen) von 1% bei unter-
schiedlichen Wirkstoffen/Arzneimittelgruppen aufgrund des vorhan-
denen Verbrauchsmusters ggf.
stoff- oder indikationsgruppen-
spezifisch angepasst werden müsste
. Ebenso wird untersucht, in welchem Ausmaß unterschiedliche Dosierungen (DDD vs. maximale Tagesdosis), die für die Berechnung des Fpen-Wertes herangezogen werden, diesen beeinflussen. Für die empirische Ermittlung des
Fpen-Wertes stehen Arzneimittelverbrauchsdaten der Jahre 2001 bis 2009 (ggf. ab 1996) durch den Auftraggeber zur Verfügung. Soweit möglich werden auch Informationen zu Verbrauchsdaten aus anderen europäischen Ländern einbezogen und länderspezifische Fpen-Werte errechnet. Von Interesse sind außerdem beispielhafte Berechnungen von Fpen-Werten, die auf Schätzungen von Erkrankungsprävalenzen beruhen. Zusätzlich werden Hinweise auf Informationsquellen und Kriterien zur Bewertung der Qualität von Prävalenzdaten gegeben.

Dr. Jutta Küpper-Nybelen, Peter Ihle, Dr. Ingrid Schubert

Laufzeit: Dezember 2011 bis März 2013
Fördernde Institution: Umweltbundesamt

nach oben


Arzneimittelversorgungsforschung in Apotheken:
Pilotstudie zur Anwendung und Sicherheit von Arzneistoffen nach der Freistellung aus der Verschreibungspflicht
am Beispiel der Wirkstoffe Naratriptan, Orlistat, Pantoprazol, Omeprazol und Almotriptan


Ziel des Projektes ist es,
Einflussfaktoren bei der Kaufentscheidung sowie Informationen über die Anwendung und über das Anwendungs-
ergebnis
von Wirkstoffen, die in jüngster Zeit aus der Verschrei-
bungspflicht entlassen wurden, zu ermitteln. Untersucht werden die Wirkstoffe Naratriptan, Almotriptran, Orlistat, Pantoprazol und Omeprazol. Das Projekt umfasst die Entwicklung und Erprobung eines Instrumentes zur Beobachtung der Arzneimittelanwendung in der Selbstmedikation, die beispielhafte Erhebung der Nutzerstruktur, der Informationsgewinnung und der Anwendungsgebiete bei Selbst-
medikation, die beispielhafte Erhebung des Verbrauchsmusters, des subjektiven Anwendungserfolges und der Verträglichkeit, die Erhebung von Hinweisen zur Implementierung eines Instrumentes zur Arzneimittelversorgungsforschung in der Praxis und die Bereitstellung von Fallzahlschätzungen für die Durchführung belastbarer Studien. Die Untersuchung erfolgt mittels Auswertung von Routinedaten (Daten der Apothekenrechenzentren), Befragung einer Fokusgruppe von ApothekerInnen, Befragung von Kunden/Patienten mittels strukturiertem Fragebogen und einer Bevölkerungsbefragung im Rahmen des NRW-Surveys.

Prof. i. V. Dr. Katrin Janhsen (Ltg. der Fachgebiete Pharmakologie & Toxikologie, Physiologische Chemie im Fachbereich Humanwissen-
schaften, Universität Osnabrück), Dr. Ingrid Schubert in Kooperation mit Dr. Udo Puteanus (Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit, NRW) und Prof. Dr. Martin Schulz (Deutsches Arzneiprüfungsinstitut, Eschborn)

Laufzeit: Juli 2010 bis Juli 2011
Fördernde Institution: Lesmüller Stiftung

nach oben


Prävalenz und Determinanten potenziell inadäquater Medikation gemäß PRISCUS-Liste bei Älteren

Wegen eines erhöhten Risikos an unerwünschten Arzneimittel-
ereignissen gilt die Gabe
bestimmter Arzneimittel bei älteren Patienten als potenziell inadäquate Medikation (PIM). Kürzlich wurde eine für Deutschland gültige Liste von Arzneistoffen erstellt, deren Verordnung bei älteren Menschen vermieden werden sollte (PRISCUS-Liste). Ziel dieser Studie ist es anhand von Routinedaten bei über 65-jährigen Personen die Verordnungsprävalenz von PIM zu bestimmen, differenziert nach verschiedenen Merkmalen wie Alter, Geschlecht, Inanspruchnahme von Pflegeleistungen und auch nach Arzneimittelgruppen. In einem weiteren Schritt sollen durch einen Vergleich von Personen mit PIM-Verordnung und ohne PIM-Verord-
nung
Determinanten für eine PIM-Verordnung bestimmt werden.

Dr. Jutta Küpper-Nybelen, Dr. Ingrid Schubert,
Prof. Dr. Petra Thürmann (Klinische Pharmakologie,
Private Universität Witten/Herdecke gGmbH;
Philipp Klee-Institut für Klinische Pharmakologie,
HELIOS Klinikum Wuppertal)

Laufzeit: August 2010 bis Februar 2011
Fördernde Institution: Eigenmittel

nach oben


Unterschiede im Verschreibungsverhalten von Antibiotika
bei Allgemeinärzten und Kinderärzten in Hessen -
Ergebnisse der Versichertenstichprobe AOK Hessen/
KV Hessen


Aufgrund des vermehrten Auftretens von Antibiotikaresistenzen ist eine genaue Abwägung der Verschreibung von Antibiotika notwendig.
Unterschiede im Verschreibungsverhalten zwischen Arztgruppen sind wenig untersucht. Hauptfragestellung dieses Projektes ist, ob sich Pädiater und Allgemeinärzte in der Häufigkeit der Verordnung von systemischen Antibiotika bei Kindern unterscheiden. Des Weiteren sollen Behandlungsprävalenzen für das Jahr 2006 dargestellt werden. Hierzu werden die Daten der Versichertenstichprobe AOK Hessen/
KV Hessen von allen im Jahr 2006 versicherten Kindern zwischen
2 und 17 Jahren verwendet. An Hand von logistischen Regressions-
modellen werden Wahrscheinlichkeiten für eine Antibiotikaverordnung von Pädiatern verglichen mit Allgemeinärzten adjustiert auf potentielle Confounder berechnet. Die Vorgehensweise erfolgt hierbei Diagnosespezifisch, d. h. es werden getrennte Modelle für verschiedene vorab definierte Antibiotikaassoziierte Diagnosen gerechnet.

Dr. Sascha Abbas, Peter Ihle, Dr. Lothar Heymans,
Dr. Jutta Küpper-Nybelen, Dr. Ingrid Schubert

Laufzeit: Juli 2009 bis September 2009
Fördernde Institution: AOK Hessen, KV Hessen,
Hessisches Sozialministerium

nach oben


Arzneimittelsicherheit im Alter: Prävalenzschätzung und
Outcome-Analysen für potentiell problematische Arzneistoffe auf der Basis von Routinedaten


Ältere Menschen verbrauchen die meisten Arzneimittel, zudem treten unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) häufiger auf als bei jüngeren Patienten. Aus geriatrischer Sicht
schränkt Multimedikation die Therapiesicherheit ein. Mittels Sekundärdatenanalyse auf der Basis der Versichertenstichprobe AOK Hessen/KV Hessen wird zunächst die Behandlungsprävalenz von potentiell problematischen Arzneimitteln und Arzneimittelkombinationen bei Patienten im höheren Lebensalter ermittelt. Im zweiten Schritt wird geprüft, ob mögliche UAWs mittels der ICD-10 Kodierung abgebildet werden können. Für ausgewählte Arzneimittel(kombinationen) werden Zusammenhangsanalysen zu UAWs durchgeführt.

Ingrid Köster, Dr. Lothar Heymans, Dr. Ingrid Schubert
unter Mitarbeit von Dr. Jörg Lauterberg (AOK Bundesverband, Berlin/ Institut für Patientensicherheit, Bonn)

Laufzeit: Mai 2008 bis Januar 2009
Fördernde Institution: AOK Bundesverband

nach oben


Verordnungsweise von Opioiden

Ziele der Untersuchung zur Verordnungsweise von Opioiden auf der Basis der Versichertenstichprobe AOK Hessen/KV Hessen waren
die Schätzung einer
1 Jahres-Behandlungsprävalenz für
   Opioide gesamt und nach Wirkstoffgruppen für das Jahr 2000
eine Darstellung der
zeitlichen Entwicklung der Behandlungs-
   prävalenz und Verordnungsweise für die Jahre 1998-2001
die Beschreibung unterschiedlicher Gruppen von
Opioidempfängern    (Tumorpatienten, Patienten ohne Tumor mit chronischer    Schmerztherapie, Therapiebeginner, chronisch Behandelte)    hinsichtlich der Art der verordneten Arzneimittel und der    Verordnungsintensität

Die Auswertungen zeigen, dass die Opioidtherapie im wesentlichen von Allgemeinmedizinern durchgeführt wird. Zwischen 1998 und 2001 lässt sich eine deutliche Zunahme der Verordnungsintensität (DDD je Patient) beobachten. In der chronischen Schmerztherapie werden nur bei rund einem Drittel der Opioidempfänger die empfohlenen retardierten oder extralangwirkenden Präparate eingesetzt. Im Hinblick auf den Versorgungsgrad von Tumorpatienten zeigte sich im letzten Lebensjahr ein deutlicher Anstieg in der Behandlungs-
prävalenz. Ob jedoch damit eine ausreichende Schmerztherapie gewährleistet ist, kann nicht abschließend beurteilt werden. Aus den Daten der Studie wird deutlich, dass die Opioide heute nicht nur bei Tumorschmerzen verordnet werden: Nur 12 % der Opioidempfänger hatten eine Tumordiagnose; ca. die Hälfte der Empfänger von Opioiden der WHO-Stufe 3 hatte andere als Tumorschmerzen. Die auf den Verordnungsstatistiken des Arzneimittelindex beruhenden Schätzungen müssen somit korrigiert werden.

Peter Ihle, Dr. Ingrid Schubert in Kooperation mit Prof. Dr. Lukas Radbruch (TU Aachen) und Dr. Rainer Sabatowski (Schmerz-
ambulanz, Uniklinikum Köln); Durchführung der Studie im Rahmen des Zentrums für Versorgungsforschung, Köln

Laufzeit: Juni 2002 bis September 2003
Fördernde Institutionen: Janssen Cilag GmbH

nach oben


versorgungsepidemiologie
qualitätssicherung
sekundärdatenanalyse