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Projekte zur Gesundheitsförderung


Vergleichende Untersuchung von unterschiedlichen Befragungssettings auf die
Prävalenz von Symptomen
am Beispiel des Youth Self-Report

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Auffälligkeiten im Verhalten und Befinden von jugendlichen Rauchern
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Lehrerzirkel - eine Public Health-Strategie an Hauptschulen
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Vergleichende Untersuchung von unterschiedlichen Befragungssettings auf die Prävalenz von Symptomen am Beispiel des Youth Self-Report

Das Projekt untersucht die Frage, ob und in welchem Ausmaß sich die Ergebnisse von Befragungen mit dem Youth Self-Report (YSR) aus zwei unterschiedlichen Befragungssettings unterscheiden. Der YSR erfasst Selbsteinschätzungen Jugendlicher im Hinblick auf emotionale und Verhaltensauffälligkeiten sowie körperliche Beschwerden. Das Instrument bildet acht Problemskalen ab, die zu zwei übergeordneten Skalen zusammengefasst werden. Es wurden sowohl Daten aus
Klassenzimmerbefragungen mit Daten aus Haushaltsbefragungen deutscher Jugendlicher miteinander verglichen als auch mit europäischen Studienergebnissen aus Klassenzimmerbefragungen.

Im
Vergleich der mittleren Skalenrohwerte beider Schülerpopu-
lationen aus dem Ruhrgebiet und Rostock - erhoben im Klassenverband - konnten geschlechterübergreifend keine bedeutsamen statistischen Abweichungen mit Ausnahme der Problemskala »Körperliche Beschwerden« festgestellt werden. Im Unterschied dazu ließen sich im Vergleich der im Klassenzimmer erhobenen Daten mit den Daten der im Haushalt erhobenen PAK-KID-Studie bezüglich der Mehrzahl der Problemskalen deutlich höhere Skalenmittelwerte mit mittleren bis großen Effektstärken aufzeigen.

Die
Ergebnisse lassen vermuten, dass bei der Anwendung des Youth Self-Report das Befragungssetting einen wesentlichen Faktor in der Selbsteinschätzung von Kindern und Jugendlichen hinsichtlich emotionaler und Verhaltensauffälligkeiten sowie körperlicher Beschwerden darstellt. Die Bedeutung der Befragungsmethode sollte sowohl in der Konzeptions- und Erhebungsphase sowie in der Darstellung der Ergebnisse zukünftiger Forschungsarbeiten verstärkt beachtet werden.

Ulrike Prüß, Dr. Susanne von Widdern*, Prof. Dr. Christian von Ferber, Dr. Liselotte von Ferber, Prof. Dr. Gerd Lehmkuhl*, Prof. Dr. Manfred Döpfner* (*Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters, Universität zu Köln)

Laufzeit: 2003 bis 2004
Fördernde Institution: Eigenmittel

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Auffälligkeiten im Verhalten und Befinden von jugendlichen Rauchern

Die Untersuchung hatte zum Ziel, die Prävalenz jugendlichen Rauchens an ausgewählten Schulen einer Kommune zu bestimmen sowie typische Befindenslagen und Verhaltensweisen von Jugendlichen zu beschreiben, die im Zusammenhang mit dem Rauchverhalten stehen könnten. Ebenfalls sollten Empfehlungen zu Präventionsstrategien des Rauchens an Schulen erarbeitet werden.

Die Daten zum psychosozialen Befinden und Verhalten wurden mittels des Youth Self-Reports (YSR, deutsche Fassung) erhoben. Die Befragung erfolgte in schriftlicher Form in den Klassenzimmern der Schüler. Durch Einbeziehung von
Hauptschülern und Gymnasial-
schülern
konnte der Einfluss des besuchten Schultyps sowie des Merkmals Muttersprache auf das jugendliche Rauchverhalten untersucht werden.

Die Stichprobe enthielt ca. 1200 auswertbare Fragebögen. An den Hauptschulen rauchten durchschnittlich 36 %, an dem Gymnasium 23 %. Die
Raucherquote der älteren Schüler (15-18 Jahre) in den Hautschulen lag bei 50,7 %, am Gymnasium bei 48,6 %, unter diesen wurden allerdings mehr gelegentliche als regelmäßige Raucher gefunden. In beiden Schulformen rauchten etwas mehr Mädchen als Jungen. Von den nichtdeutschen Hauptschülern rauchten nur 21 % im Vergleich zu 40 % der deutschen Hauptschüler.

Die drei häufigsten Auffälligkeiten bzw. Beschwerden in den Hauptschulen waren somatische Beschwerden, dissoziales Verhalten sowie Angst/Depressivität. Im Gymnasium waren es dissoziales Verhalten, somatische Beschwerden und sozialer Rückzug. Folgende Faktoren zeigten einen positiven statistischen Zusammenhang mit dem Rauchen: Alter, dissoziales Verhalten, keine sozialen Probleme und wahrgenommene schlechte Schulleistungen.

Rauchen scheint ein soziales, von der Peer-Gruppe geprägtes Phänomen zu sein. Ein Zusammenhang zwischen Rauchen und selbsteingeschätzten Auffälligkeiten im Befinden und Verhalten sowie körperlichen Beschwerden zeigt sich nur für dissoziales Verhalten, nicht für emotional-depressive Befindensprobleme.

Gesundheitsrelevantes Verhalten wird in sozialen Bezügen erlernt und ausgeübt.
Präventionsmaßnahmen gegen das Rauchen wie auch andere verhaltensbezogene Maßnahmen sollten sich auf die Lebenszusammenhänge und den Lebensstil der Peer-Gruppen von Jugendlichen beziehen, eine gezielte Zusammenarbeit mit den »Gruppensprechern« in sozialen Interventionen ist anzustreben.

Die Studie ist funktionaler Bestandteil der
kommunalen Gesundheitsförderung an Schulen sowie der kommunalen Präventionsmaßnahmen gegen Nikotinabhängigkeit.

Ulrike Prüß, Prof. Dr. Christian von Ferber, Dr. Liselotte von Ferber, Prof. Dr. Gerd Lehmkuhl (Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters, Universität zu Köln)

Laufzeit: 2002 bis 2003
Fördernde Institution: NRW Forschungsverbund Public Health, Bundesministerium für Bildung und Forschung, Fachbereich Gesundheit der Stadt Herne, Abteilung Gesundheitsplanung und Gesundheitsförderung (WHO Partnerschaftsprojekt Tabakab-
hängigkeit)
Adressaten: Schulen, Kommunen

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Lehrerzirkel - eine Public Health-Strategie an Hauptschulen

Das Projekt zielte darauf hin, die Arbeitsbedingungen von Lehrern an Hauptschulen zu verbessern, so dass Stress- und Belastungssitua-
tionen im Schulalltag reduziert werden und ein höheres Maß an Wohlbefinden und Gesundheit für Lehrer und Schüler erreicht wird.

In Form einer kontrollierten Interventionsstudie wurde erprobt, ob und wie sich das Konzept des betrieblichen Gesundheitszirkels an Hauptschulen implementieren ließ und ob durch diese Intervention, Gestaltungsprozesse an der Schule eingeleitet und die spezifischen Belastungen reduziert werden können. Das Projekt gliederte sich in die Schritte:
Erhebung des Ist-Zustandes der Arbeitssituation anhand    teilnehmender Beobachtung und Befragung in der Interventions-    und Kontrollschule
Durchführung einer Schülerbefragung mittels des Youth Self-
   Reports (YSR)
Durchführung eines Gesundheitszirkels für Lehrer (an der    Interventionsschule)
Evaluation

Die teilnehmende Beobachtung und die Lehrerbefragung bildeten die Grundlage für die
Analyse der Arbeitssituation und ihre gesundheitlich belastenden Aspekte an der Hauptschule. Der Gesundheitszirkel erarbeitete auf der objektivierten Datenbasis Lösungsvorschläge für Belastungsbereiche mit Veränderungspotenzial innerhalb der Arbeitsorganisation der eigenen Schule.

Diese Strategie des »bottom up« hat sich für das Interventions-
projekt bewährt und kann für Vorhaben, die Gesundheit in Schulen und damit Schulentwicklung fördern wollen, empfohlen werden. Die Förderung der Zusammenarbeit sowohl unter den Lehrkräften als auch unter und mit den an der schulischen Arbeit beteiligten Personen bzw. Gremien aus Schülern, Eltern, Schulleitung und nichtlehrenden Mitarbeitern war das zentrale Thema des Gesundheitszirkels.

Die
Umsetzung von Änderungsvorschlägen in Schulen wird jedoch dadurch erschwert, dass es aufgrund fehlender formaler Sanktionen nicht möglich ist, Dienstanweisungen und Dienstpflichten durchzu-
setzen. Dies bedeutet, dass die Umgestaltung von schulischen Arbeitsprozessen im wesentlichen über informelle Organisations-
ebenen und nur mit Zustimmung und Selbstverpflichtung aller Lehrkräfte möglich erscheint.

Ulrike Prüß, Dr. Liselotte von Ferber, Prof. Dr. Christian von Ferber, Prof. Dr. Gerd Lehmkuhl (Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters, Universität zu Köln)

Laufzeit: März 1999 bis März 2001
Fördernde Institution: BMBF im Rahmen des NRW Forschungsverbund Public Health
Adressaten: Schulen, Weiterbildung, Krankenkassen

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versorgungsepidemiologie
qualitätssicherung
sekundärdatenanalyse